Der Empfangs- und Servicebereich
01.02.2021
Unterwegs

Zu Gast im L64

Die neue Zentrale der AWO Mönchengladbach

Redaktion: Marc Thiele

„Kommen Sie uns doch mal im L64 besuchen, Sie werden überrascht sein.“ Mit diesen Worten lud mich Sabine Pannhausen, Pressesprecherin der AWO Mönchengladbach, in die neue Zentrale des Wohlfahrtsverbandes ein, der sich seit Sommer letzten Jahres an der Limitenstraße 64-78 in Rheydt befindet. Eigentlich ist L64 der interne Projektname der durchführenden Architekten, aber man entschloss sich einfach, diesen beizubehalten.

Schon die Ankunft war entspannt, denn die leidige Parkplatzsuche entfiel. Mit der langfristigen Anmietung des ehemaligen Staples-Gebäudes hat die AWO auch die verfügbaren Parkflächen übernommen, was nicht nur für mich, sondern natürlich für die Mitarbeiter und Kunden eine enorme Erleichterung ist. Neben den Autoparkflächen gibt es zudem 70 Fahrradstellplätze, des Weiteren werden demnächst auch E-Ladesäulen installiert.

Der neue direkt an der Limitenstraße gelegene Haupteingang ist selbstverständlich barrierefrei und führt in den riesigen, offenen Empfangs- und Servicebereich, wo Sabine Pannhausen und ihre Kollegin Nicole Wilms, ihres Zeichens Personalverantwortliche der AWO Mönchengladbach, bereits auf mich warteten, um mir die neue Zentrale vorzustellen. Schon auf den ersten Blick war dieser Raum etwas ganz Besonderes. Eine Reihe kleiner Holzhäuschen, die ein wenig an Strandbuden erinnern, erstreckt sich über die gesamte Länge der gegenüberliegenden Wand. So etwas hätte ich jetzt eher in einer hippen Düsseldorfer Onlineagentur oder einer coolen Berliner Co-Working-Space erwartet, aber nicht unbedingt im Bürogebäude eines Wohlfahrtsverbandes in Mönchengladbach. Die kleinen Häuschen dienen als schallgeschützte Meeting- und Besprechungsräume, in die sich die Mitarbeiter und Berater der AWO mit ihren Klienten zurückziehen, um Vertraulichkeit bei ihren Gesprächen zu gewährleisten. Aber auch der gesamte Raum an sich überzeugt durch seine offene und moderne Gestaltung. Die helle, freundliche Farbwahl in Kombination mit modernsten Möbeln im Wartebereich, einer großen Kinderecke und einer Kaffee- und Wasserstation für die Kunden schafft direkt eine Atmosphäre, in der man sich als Besucher wohl fühlt. Natürlich ist auch schon hier - wie überall im Gebäude, wie ich später feststellen durfte - an alles gedacht worden, ganz besonders an alle möglichen Aspekte der Inklusion. Extra breite Türdurchgänge, Fahrstuhlrampen, Lichtschalter und Türöffner, die sowohl auf Rollstuhlfahrer als auch auf Menschen mit visuellen Problemen ausgerichtet sind, gehören zum Gesamtkonzept des Hauses, das die AWO in engster Zusammenarbeit mit dem Mönchengladbacher Architektenbüro Schwinning + Jammers hier realisiert hat. Jede Etage hat einen eigenen Farbcode und einen anderen Namen, der zudem durch die entsprechenden Symbole visuell wiedergegeben wird. So wird man auf einer Etage von einem Zebra und auf einer anderen von einer Astronautin begrüßt, und Termine, Kurse und Meeting finden in Räumen statt, die entsprechend des Etagensymbols passend benannt sind. Natürlich steckt auch dahinter der Inklusionsgedanke, denn Symbole und Zeichen kann man sich besser merken als Namen, besonders dann, wenn man vielleicht Probleme mit dem Lesen hat. Selbst die im Gebäude verlegten Teppichböden wurden mit dem Blick auf Inklusion ausgewählt: Dunklere Bereiche, die auch für Menschen mit starken Sehschwächen erkennbar sind, markieren Türen und Durchgänge. Als ein „das Gemeingut förderndes Haus“, wie Nicole Wilms es beschrieb, stehen viele der Räume auch externen Anbietern zur Verfügung und können z.B. für Meetings, Konferenzen o.ä. angemietet werden. So nutzt die Stadtverwaltung bereits dieses Angebot, z.B. für eine Stadtteilkonferenz, die hier 2020 stattfand.

Auch für die Mitarbeiter der AWO, die hier aus den früheren zehn Büro- und Verwaltungsstandorten in der Stadt nach deren Auflösung zusammengezogen wurden, hat sich sehr viel verändert. Die gesamte Organisations- und Bürostruktur wurde modernisiert und nach neuesten Erkenntnissen optimiert. Kaum jemand hat noch einen festen Arbeitsplatz, sondern man sucht sich täglich aufs Neue den Ort, wo man seiner Tätigkeit nachgehen möchte. Platz genug gibt es hierfür zum Beispiel in den beiden riesigen und top modern eingerichteten Großraumbüros, die so weitläufig sind, dass man auch unter Coronabedingungen alle Abstands- und Hygieneregeln problemlos einhalten kann. Hier gibt es individuell designte riesige Arbeitstische, gemütliche aber zweckmäßige Separées, falls man Ruhe oder Diskretion bei der Arbeit benötigt, aber auch klassische Tischarbeitsplätze. Natürlich dürfen auch die trendigen aber auch sehr praktischen Telefonkabinen nicht fehlen, die es ermöglichen, vertrauliche Telefonate zu führen. Klassische PC-Systeme sucht man hier größtenteils vergebens, denn alle Mitarbeiter werden mit eigenen mobilen EDV-Endgeräten ausgestattet, die sie überall in den Büros flexibel an die IT-Struktur anschließen können.

Die Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse, die in der Umsetzung dieser neuen Bürostrukturen mündeten, waren extrem modern und demokratisch. So hatte jeder Mitarbeiter die freie Wahl, ob es ein fester oder flexibler Arbeitsplatz sein soll. Bis auf wenige Ausnahmen, haben sich alle für die flexible Lösung entschieden. Diese Arbeitsplatzphilosophie zieht sich durch das komplette, neue Konzept der AWO Mönchengladbach, von den internen Strukturen sogar bis hin zur Gehaltsfindung. Da ist es kein Wunder, dass auch die althergebrachten Hierarchien, soweit möglich, eingeebnet wurden.

Nach knapp 2 Stunden war unsere Führung vorbei und ich muss sagen, die Eindrücke, die ich sammeln konnte, waren beeindruckend. Dieser Artikel hätte mehrere Seiten umfassen können und würde immer noch nicht alles beinhalten, was ich im L64 erfahren habe. Mit ihrer neuen Zentrale in Rheydt hat die AWO Mönchengladbach für ihre Kunden und Mitarbeiter ein hochmodernes Umfeld geschaffen, das sowohl extrem serviceorientiert ist, als auch ein beeindruckendes Arbeitsumfeld bietet und auf das man mit großem Recht stolz sein kann. Ein Stolz, der in jedem Satz von Nicole Wilms und Sabine Pannhausen zu hören war.


AWO Im L64
Limitenstraße 64-78
41236 MG-Rheydt
www.awomg.de