Fachärzte für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie: Jörg Weyel und Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange.
01.11.2022 Anzeige
Medizin + Co

Schnarchen - da hört der Spaß auf

„Schlaf gut!“ – das sagt sich so leicht vor dem Schlafengehen. Für Viele ist der erholsame Schlaf eine Wunschvorstellung. Im Durchschnitt schnarchen rund 60 % der Männer und 40 % der Frauen. Besonders hoch ist der Anteil bei den über 60-Jährigen. Wir sprachen im Menge Haus mit den für zahnärztliche Schlafmedizin zertifizierten Chirurgen Dr. Dr. Lange, M.Sc. und Herrn Weyel über den Einsatz von Anti-Schnarch-Schienen.

Redaktion: Was sind die Ursachen für das Schnarchen

Jörg Weyel: Schnarchen wird meist durch eine Verengung der Atemwege verursacht. Das kann unterschiedliche Auslöser haben. Erschlaffte Muskeln im Rachen, die Gaumensegel und Zäpfchen in der Atemluft flattern lassen, führen zum Schnarchen. Auch die Zunge spielt eine Rolle. Rutscht der so genannte Zungengrund im Schlaf in den Rachenraum zurück, verengt sich der Atemweg.

An den Engstellen kommt es schließlich zu Luftverwirbelungen und Vibrationen, die das Schnarchgeräusch verursachen. Zunehmendes Alter, Übergewicht, Alkoholkonsum, Rauchen und Entspannungsmedikamente oder Schlaftabletten können das Schnarchen begünstigen. Solange das Vorbeiströmen der Atemluft nur eine Geräuschentwicklung verursacht, kann eine harmlose Form des Schnarchens vorliegen.

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange: Gefährlich wird es, wenn sich der Atemweg verengt, die Sauerstoffzufuhr beeinträchtigt wird und dies zu Atembehinderungen oder sogar zu Atemaussetzern führt. Lautes und häufiges Schnarchen, das mit nächtlichen Atemstillständen einhergeht, wird als obstruktives Schlafapnoe Syndrom kurz OSAS bezeichnet. Bei diesem Krankheitsbild verschließen sich während des Schlafens wiederholt die oberen Atemwege. Eine Schlafapnoe kann im Unterschied zum normalen Schnarchen ein erhebliches Gesundheitsrisiko bedeuten. Bei bestehendem Verdacht auf Schlafapnoe erfolgt in vielen Fällen eine Untersuchung und Sicherung der Diagnose in einem Schlaflabor. Nach der Auswertung der Ergebnisse durch einen schlafmedizinischen Experten kann eine individuell auf den Patienten zugeschnittene Therapie erfolgen.

Redaktion: In welcher Situation empfehlen Sie Ihren Patienten Schnarchschienen

Jörg Weyel: Schnarchen ist meistens unbedenklich. Ist die Ursache für das Schnarchen das Zurücksinken der Zunge in den Rachenraum, kann eine Schnarchschiene helfen. Schnarchschienen, so genannte Protrusionsgeräte sind eine komfortable, sinnvolle Therapie bei leichter bis mittelgradiger Schlafapnoe. Die zweiteiligen, nach Gebissabdrücken hergestellten Zahnschienen halten Unterkiefer und Zunge während des Schlafes vorn. So bleibt der Rachenraum weit geöffnet und die Lunge wird wieder mit genügend Luft versorgt. Unsere individuellen Schnarchschienen besitzen den Vorteil, dass sie auf die Zähne eines Patienten abgestimmt sind. Da die seitliche Beweglichkeit des Unterkiefers erhalten bleibt, sind die Schienen nach einigen Tagen kaum noch spürbar.

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange: Die Abformung für die Schiene erfolgt mit oder auch digital ohne Abformmaterial und ohne Würgereiz. Unsere Patienten schätzen diese digitale, berührungsfreie Vorgehensweise. Im Anschluss werden die komfortablen Kunststoff-Schienen passgenau für die Zähne eines Patienten hergestellt. Wichtig ist, dass sie im Mund oder Halsbereich nicht hindern oder als Fremdkörper stören. Die Schiene wird ähnlich wie eine herausnehmbare Zahnspange getragen und ist auf Reisen stromunabhängig und überall einsetzbar. Schnarchschienen können auch bei Prothesenträgern, die mit Implantaten versorgt sind, verwendet werden. Die Implantate sorgen für einen festsitzenden Halt der Prothese und somit auch für den sicheren, komfortablen Sitz der Schnarchschiene. Patienten mit Implantat gestützten Schnarchschienen bestätigen uns, dass sie wieder ungestört schlafen können. Die Kombination aus Implantat und Schiene bei leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe ist eine gute Alternative zur Schlafmaske bei leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe.

Redaktion: Auch für die harmlosere Variante des Schnarchens ist eine medizinische Abklärung und Behandlung ratsam. Sie erspart Betroffenen das getrennte Schlafzimmer und sorgt letztendlich für gesünderen, erholsameren Schlaf. Einfach besser ausgeschlafen aufwachen. Schnarchen muss nicht mehr zum Streitthema werden.


Dr. Dr. Lange & Weyel
Praxis für Mund - Kiefer - Gesichtschirurgie Plastische - Ästhetische Operationen
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41061 Mönchengladbach
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