Dezember 2020

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MEDIZIN+CO 04/2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020
Jonas Hofmann: „Die zusätzlichen Spiele als Nationalspieler sieht Jonas Hofmann weniger als weitere Belastung sondern vielmehr als Schub, der ihn nach eigner Aussage noch besser machen könnte. Foto: © Borussia
Jonas Hofmann: „Die zusätzlichen Spiele als Nationalspieler sieht Jonas Hofmann weniger als weitere Belastung sondern vielmehr als Schub, der ihn nach eigner Aussage noch besser machen könnte. Foto: © Borussia

Wie wird der VfL die Belastung im November verkraften?

Redaktion: Ingo Rütten

Sieht man sich das Programm Borussias in diesen Wochen an, in Bundesliga und Champions League, dann muss einem als Fußballfan das Wasser im Mund zusammenlaufen. Der VfL hat den Oktober soeben mit den Spielen bei Real Madrid und gegen RB Leipzig beendet. Sportlich beides enorme Herausforderungen, doch die Partie gegen Madrid sticht natürlich absolut heraus. Solche Spiele in der Champions League sind die Belohnung für die Leistungen aus der Vorsaison, und völlig unabhängig vom Endresultat freut sich jeder Borussenfan auf solche Partien. Bitter nur, unter welchen Bedingungen diese spektakulären Aufeinandertreffen derzeit über die Bühne gehen müssen – und ziemlich ungewiss, wie sich das in den kommenden Wochen entwickelt. So werden die allermeisten VfL-Fans die Champions-League-Höhepunkte und die Heimspiele in der Bundesliga am Fernseher verfolgen müssen.

Sie sollten sich ausreichend Bier kalt und Chips in den Schrank legen, denn sie werden viele Stunden im November vor dem Fernseher hocken und mitfiebern. Bis Weihnachten tritt Borussia noch zwölfmal zu Pflichtspielen an, im November alleine in elf Tagen viermal - jedes Mal daheim im Borussia-Park. Dieser Spielplan erstaunte zuletzt sogar Patrick Herrmann, der es jedoch pragmatisch nimmt: „Das war mir so noch gar nicht bewusst. Aber es ist schon praktisch, bei der engen Taktung sparen wir uns so auf jeden Fall die Reise-Strapazen.” Genauer gesagt findet das vierte dieser Heimspiele dabei nicht im November, sondern am 1. Dezember statt: Inter Mailand gibt sich dann die Ehre in Mönchengladbach und wird möglicherweise auch ein bisschen von der Vergangenheit eingeholt. Für die VfL-Fans und noch dazu die älteren untern ihnen wird diese Partie gewiss etwas ganz Besonderes werden, auch am Fernseher!

Bevor es jedoch zum Duell gegen die Italiener und in der Folge zum Rückspiel gegen Real im Estadio Santiago Bernabéu kommt, stehen in der Meisterschaft und auch in der Champions League richtungsweisende Partien an.

Real steht über allem

Den Auftakt macht die Auswärtspartie bei Schachtar Donezk. Hält man sich die vier Teams in der Champions League Gruppe B vor Augen, dann dürfte es realistisch betrachtet zwischen Schachtar und Borussia um den dritten Platz gehen, und die damit verbundene Berechtigung, im neuen Jahr in der Europa League starten zu dürfen. Real Madrid steht über allem, und auch Inter Mailand scheint zu stark zu sein, hoffen aber dürfen wir natürlich trotzdem – und auch dafür ist ein erfolgreiches Auftreten in Russland und gegen Donezk im Rückspiel am 25. November im Borussia-Park nötig.

Dieser November wird auch verdeutlichen, ob der Spielerkader Borussias in der Breite wirklich so gut aufgestellt ist, wie es zunächst ausschaut. VfL-Trainer Marco Rose wird kaum umhin kommen, zu rotieren und ab und an einem seiner Leistungsträger eine Pause zu gönnen. Denn selbst die Länderspielpause nach dem Spiel am 8.11. in Leverkusen bedeutet für die meisten Borussen keine Erholung: Da mittlerweile etliche Nationalspieler in den Reihen des VfL spielen, stehen für viele zusätzliche Spiele Mitte des Monats an. Gleich zwei deutsche Nationalspieler sind zuletzt beim VfL hinzu gekommen: Florian Neuhaus und Jonas Hofmann werden sich über die neuen Aufgaben freuen, und letztlich werden sie sie auch gut verkraften können, weil so etwas auch weiteren Antrieb geben kann, wie Hofmann nach seinem Debüt gegen die Türkei (3:3) bekräftigte: „Sowas gibt natürlich irgendwie immer einen Schub beziehungsweise Vertrauen und Selbstbewusstsein. Ich hoffe, dass man das auch auf dem Platz sehen wird und ich noch besser werde.“ Neuhaus, der bei seinem Einstand gleich ein Tor erzielte (und bei einem Gegentreffer ebenfalls maßgeblich beteiligt war), hatte sich auf die zusätzliche Belastung zumindest gedanklich schon etwas länger vorbereiten können – denn er galt schon seit einiger Zeit als aussichtsreicher Kandidat für die deutsche Nationalelf.

Jeder Mann gebraucht

Vorausgesetzt die Nationalspieler bleiben fit, wird Borussia von deren (neuen) Erfahrungen weiter profitieren können. Auch und gerade im „Tagesgeschäft“, das am 21. November in der Bundesliga wieder weitergeht: Dann ist der FC Augsburg als erster von vier Gastteams in Folge in Mönchengladbach; Donezk, Schalke 04 und dann am 1. Dezember Inter Mailand folgen. Ein Spielplan, der auch unter normalen Umständen schon beachtlich wäre, raubt einem angesichts des engen Zeitplans in diesen besonderen Zeiten förmlich den Atmen. Man kann nur hoffen, dass Borussia die kommenden Wochen ohne allzu viele Verletzungen übersteht, denn bis Weihnachten wird sicher jeder Mann gebraucht! Rose hat noch ein paar Joker im Ärmel, ob sie sofort stechen können, kann aber auch der Trainer nicht zu einhundert Prozent wissen. Zu lange war Denis Zakaria verletzt, als dass man bei ihm langfristig planen könnte. Wer weiß schon, wann der Mittelfeldmann nach seiner Knieverletzung wieder völlig fit ist? Der Schweizer dient nur als Beispiel, denn Borussias Spielerkader bietet noch manch offene Frage. Zu was wird Hannes Wolf etwa tatsächlich im Stande sein, und wie wird sich Valentino Lazaro ins System einfügen? Die beiden Neuzugänge werden in den kommenden Wochen vermutlich genügend Gelegenheiten bekommen, sich zu zeigen. Aber, das ist definitiv ein Randaspekt im November, an dessen Ende wir wissen werden, wie der VfL diese Belastung verkraftet hat und in welchen Gefilden die Borussen die weitere Saison bestreiten.

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