Dezember 2020

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MEDIZIN+CO

MEDIZIN+CO 04/2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020

Bierwissen: Bierstacheln

Redaktion: Gracia Sacher

Während ich Ihnen in der letzten Ausgabe ein paar Anregungen zum Kochen mit Bier gegeben habe, möchte ich Ihnen diesmal etwas über das so genannte Bierstacheln erzählen. Dabei wird das Bier mit einer heißen Stahlkugel erhitzt. Mag auf den ersten Blick nicht so einfach nachzumachen sein, ist aber sogar mit einem Buttermesser möglich – dazu später mehr.

Foto: © Gracia Sacher
Foto: © Gracia Sacher

Zuerst einmal: Was hat es mit dem Bierstacheln auf sich, wozu wird es gemacht?

Tatsächlich handelt es sich um eine alte Tradition, um das Bier schneller auf Trinktemperatur zu bringen. Denn eine kühle Lagerung wurde schon immer angestrebt, doch oftmals wurde es als zu kalt zum Trinken empfunden. Schmiede nutzten glühendes Eisen und tauchten dies in das kalte Bier hinein. Oftmals wurde ein spitzer Schürhaken verwendet, sodass sich mit der Zeit der Begriff „Stachel“ etablierte.

Heutzutage nutzt man speziell zu diesem Zweck angefertigte Bierstachel, die allerdings nicht spitz zulaufen, sondern aus einer Stahlkugel bestehen. Diese befindet sich an einem Stab. Vor Verbrennungen der Hand bewahrt der Holzgriff.

Foto: © Gracia Sacher
Foto: © Gracia Sacher

Nicht nur der „Stachel“ hat sich geändert, sondern auch der Zweck des Bierstachelns. Zum einen stellt das Stacheln natürlich ein besonderes Highlight in einer geselligen Trinkrunde dar. Vor allen Dingen aber können bestimmte Biere dadurch in Aroma und Geschmack verändert werden – ein Trinkgenuss, den man auf diese Weise sonst nicht erleben kann. Durch die Hitze wird der Restzucker im Bier karamellisiert; das Bier wird weicher, der Schaum deutlich cremiger. Hinzu kommt ein spezielles Aroma und ein tolles Trinkgefühl, wenn Lippen und Zunge auf warmen Schaum und darunter kühles Bier treffen.

Der Bierstachel wird zu diesem Zweck für etwa eine halbe Minute im Feuer erhitzt und dann für wenige Sekunden ins Bier getaucht. Kurz umrühren und sodann genießen. Vorsicht – der Stachel bleibt natürlich eine Zeitlang heiß; Geschichten, wie man sich durch das Ablecken der Kugel ordentlich verbrannt hat, hört man immer wieder…

Wer einen Flambierbrenner zuhause hat, kann das Stacheln notfalls auch mit einem Buttermesser ausprobieren. Als Alternative zum Holzgriff ein Messerende in ein Tuch einwickeln. Deutlich eleganter sieht es natürlich mit dem Bierstachel aus – und dieser kostet auch nicht die Welt. Für Bierliebhaber übrigens auch ein großartiges Weihnachtsgeschenk. Zu den geeigneten Bieren zählen dunkle Vertreter mit hohem Restzuckergehalt, wie Stouts und Bockbiere.

Lassen Sie es sich schmecken!

Cheers,
Gracia

Gracias Bierblog „Bierliebe und moodpairing“ finden Sie auf www.moodpairing.de

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