Fury In The Slaughterhouse spielen auf einer Bühne Fury In The Slaughterhouse spielen auf einer Bühne
Foto: © Marion Freier
Fury In The Slaughterhouse
01.09.2021
Kunst + Kultur

Fury In The Slaughterhouse

Ein Erlebnis - nicht nur für Fans

Redaktion: Marion Freier

Mein Mann leistet mir oft Gesellschaft, wenn ich auf Musik-Events zu tun habe - auch wenn er hierbei eine Musikrichtung hört, die nicht unbedingt „seine“ ist. Die Gastspiele von Fury In The Slaughterhouse beim Strandkorb Open Air im SparkassenPark gaben ihm nun die Möglichkeit, den musikalischen Spieß einmal umzudrehen. Gleich an zwei Tagen sollte die hannoveraner Kult-Band um die Gebrüder Wingenfelder die Mönchengladbacher Fans unterhalten - und wir durften gleich bei der ersten Show dabei sein.

Leider hatte der Wettergott schon an den Tagen zuvor seine unbeständige Ader gezeigt und auch an diesem Freitagabend öffnete sich der Himmel zu einem regelrechten Wolkenbruch genau in der Pause zwischen der Vorband Selig und der gut 90-minütigen Show von Fury In The Slaughterhouse. Dies tat der guten, perfekt von Selig angeheizten Stimmung jedoch keinen Abbruch. Viele Fans verkrochen sich in den schützenden Strandkorb, andere hatten Regenponchos oder zu Hoodies umfunktionierte Abfallsäcke dabei und die Gäste auf den zusätzlichen Plätzen auf den Tribünen freuten sich über das Dach über‘m Kopf.

Schon während des ersten Songs von Fury In The Slautherhouse ließ der Regen nach und die Musiker freuten sich sichtlich, dass die Fans zu Klassikern wie „Milk And Honey“ oder „Radio Orchid“, aber auch zu den brandneuen Songs aus dem aktuellen Album „Now“ vor ihren Strandkörben tanzten und lauthals mitsangen. Für mich war am beeindruckendsten, wie viele Instrumente auf der Bühne zum Einsatz kamen. Während z.B. Gero Dmek zwischen Keyboard, Akustik-Gitarre und Mandoline wechselte, sprang der gern und oft gebuchte Gast-Musiker Martin Huch zwischen Gitarre und Pedal Steel Guitar hin und her. Gitarrist Christof Stein-Schneider hatte gefühlt für jeden Song eine andere Gitarre im Gepäck - viele optisch auffallend, jedoch konnte keine sein hervorstechendes Outfit aus leuchtend rotem Anzug und bunt gemustertem Hemd übertrumpfen.

Frontmann Kai Wingenfelder ließ bei seinen Anmoderationen der Songs auch hier und da seiner Meinung freien Lauf. Seitenhiebe gab‘s z.B. für Helge Schneider (der erst wenige Tage vor diesem Event seinen eigenen Strandkorb Open Air Auftritt unsanft abgebrochen hatte) und die DFB-Verantwortlichen, denen er den Song „Every Generation Got It‘s Own Disease“ widmete. Kai Wingenfelders Stimme blieb den ganzen Abend lang kräftig und unverkennbar, glänzte beim offiziell letzten Song „Time To Wonder“ noch einmal ganz besonders. Doch natürlich war dies nicht das Ende des Abends. Das Publikum erkämpfte sich erfolgreich und dankbar mehrere Zugaben.

Die nächste Möglichkeit Fury In The Slaughterhouse bei uns in Mönchengladbach zu erleben, gibt‘s bereits am 11. Juni 2022, wieder im SparkassenPark, dann vielleicht auch wieder ohne Strandkörbe - auch wenn diese eine ganz besondere und einmalige Stimmung zaubern.