2 Fotos, auf dem linken Gracia Sacher und auf dem rechten ein Bockbier mit befülltem Bierglas 2 Fotos, auf dem linken Gracia Sacher und auf dem rechten ein Bockbier mit befülltem Bierglas
Foto: © Gracia Sacher
01.05.2021
Bier

Bierstil Bockbier: Als Maibock hopfenbetonter

Redaktion: Gracia Sacher

Frühlingszeit ist Maibockzeit. Wenn man nach der Tradition geht, wird er gern während der Fastenzeit („Flüssiges bricht das Fasten nicht!“), ebenso zwischen Ostern und Pfingsten getrunken. Wenn Sie Bockbier nun eher mit der kalten Jahreszeit verbinden, liegen Sie ebenfalls richtig, denn auch dann gilt das Starkbier, wenn auch in einer etwas anderen Form, als typischer saisonaler Begleiter. Doch was ist Bockbier überhaupt?

Man spricht von einem Bockbier, wenn es eine Stammwürze (der Anteil der aus dem Malz und dem Hopfen im Brauwasser gelösten Stoffe vor der Gärung) von mindestens 16% aufweist. Liegt dieser Wert bei mindestens 18%, spricht man von einem Doppelbock. Die meisten Bockbiere sind untergärig gebraut, was jedoch nicht unbedingt ein Muss ist, wie etwa der Weizenbock beweist. Beim klassischen Bock handelt es sich um ein bernsteinfarbenes, malzbetontes Bier mit einem Alkoholgehalt bei etwa 6%. Der Hopfen tritt hier in den Hintergrund. Ein wenig anders sieht es jedoch beim besagten Maibock aus: dieser wird auch als heller Bock bezeichnet, da hier beim Brauen hellere Malze verwendet werden. Ein weiterer Unterschied: Maiböcke sind hopfenintensiver. Die süßliche Malznote, die man vom klassischen Bock kennt, ist somit nicht dominierend. Warum eigentlich Bockbier?

Tatsächlich sind wohl auf den meisten Etiketten von Bockbieren Ziegenböcke abgebildet. Mit dem Tier hat das Bier jedoch nichts zu tun. Das Bockbier stammt nicht, wie viele Menschen vermuten würden, aus Bayern. Die Herkunft liegt in der niedersächsischen Stadt Einbeck und ursprünglich nannte man den Bock entsprechend Einbecker Bier. Um es kurz zu halten: das Einbecker Bier war über die Stadtgrenzen hinaus eines der beliebtesten Biere. In diesem Zusammenhang wird gerne auf ein Zitat von Martin Luther hingewiesen: „Der beste Trank den einer kennt, der wird Einbecker Bier genennt“.

Vor allem auch in Bayern fand es großen Anklang und sollte dort ebenfalls gebraut werden. Man kam jedoch geschmacklich nie so recht an das Original heran, sodass man 1614 den Braumeister Elias Pichler aus Einbeck in die bayerische Hauptstadt holte. Hier wurde aus Einbecker Bier irgendwann das Einbeckische sowie der Einböck. Letztendlich ist es dem bayerischen Dialekt zu verdanken, dass daraus schließlich der Bock geworden ist – und Maibock deshalb, da dieser in den Frühlingsmonaten verkauft wird.

Schauen Sie sich einfach mal im Getränkemarkt Ihres Vertrauens um, Sie werden sicherlich fündig werden. Und da man auch im Mai hin und wieder noch mit kälteren Tagen rechnen muss, schaden doch die paar mehr „Umdrehungen“ auch nicht, oder?

Cheers,
Gracia

Gracias Bierblog „Bierliebe und moodpairing“ finden Sie auf www.moodpairing.de