Dezember 2018

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Projektwoche "Holz" | Foto: Volksverein
Projektwoche "Holz" | Foto: Volksverein

Der Seele Halt geben. Mit Arbeit. Für den Menschen.

Zum Abschluss des Jubiläumsjahres „35 Jahre“ startet der Volksverein eine Aktion zur Gewinnung neuer Unterstützer

„Arbeitslose Menschen brauchen Solidarität. Sie brauchen Menschen, die gegen Benachteiligung und Ausgrenzung Zeichen setzen und beitragen zur Integration in Gesellschaft und Arbeitswelt.“ Diese Kernaussage einer neuen Kampagne hat Eddi Erlemann mal mit folgendem Satz formuliert: „Legen Sie so mit uns Spuren für eine gerechtere Welt, für ein gelingendes Leben für alle Menschen“.

Seit 35 Jahren ist der Volksverein mit seinen Angeboten für Langzeitarbeitslose Frauen und Männer aktiv und hat immer die Unterstützung durch Sach- und Geldspenden aus der Bevölkerung erfahren. Drei Jahre sind nun seit Eddi Erlemanns Tod ins Land gezogen, und der Volksverein startet diese neue Aktion mit dem Titelmotto „Der Seele Halt geben. Mit Arbeit. Für den Menschen“. „Eddi fehlt als ständiger Botschafter für die Arbeit des Volksvereins“, so Hermann-Josef Kronen, einer der Geschäftsführer des Volksvereins, „dies macht diese Aktion dringend erforderlich“.

Fotowettbewerb "Arbeitslosigkeit und Armut" | Foto: A. Werny / Volksverein
Fotowettbewerb "Arbeitslosigkeit und Armut" | Foto: A. Werny / Volksverein

Wir wollen raus aus dem Abseits!

„Die Abseitsfalle gibt es nicht nur im Fußball, sondern auch im Leben. Steckst Du einmal drin, kannst Du kein Tor schießen. Nur ist das Tor nicht der Kasten vom Gegner, sondern der Job, den Du nicht kriegst. Also musst Du ’nen neuen Anlauf machen. Wieder und wieder. Das kostet ganz schön Kraft.“

Fußball war für Hans-Walter, Peter und Jens lange Zeit eines der wenigen Themen, wo sie mitreden konnten. Denn über ihre jahrelange Arbeitslosigkeit sprechen? Nein, lieber nicht. Das lässt oft Gespräche verstummen. So wie auch viele Freunde stumm geworden sind und sich abgewendet haben – weil man ja irgendwie „nicht mehr dazugehört“. „Endlich wieder eine Aufgabe zu haben“, ist eine der sehnlichsten Wünsche und Weihnachtshoffnungen vieler TeilnehmerInnen an den verschiedenen Arbeitsmarktprogrammen.

Von der Reservebank zurück auf den Platz

Obwohl die Arbeitslosigkeit gesunken ist, sind in Mönchengladbach noch immer mehr als 9.000 Menschen langzeitarbeitslos. Der Volksverein hilft ihnen, wieder Mut zu schöpfen. Er begleitet, berät und fördert Frauen und Männer, damit sie wieder ihren Platz im Arbeitsleben finden. „Mit guter Vorbereitung klappt der Neustart: wieder lernen, Teil eines Teams zu sein, Zielstrebigkeit und Ausdauer entwickeln – das ist nach Jahren der Arbeitslosigkeit oft nicht leicht. Darum bieten wir Training durch Arbeit in verschiedenen Bereichen an, wie z.B.: Hauswirtschaft, Grünflächen-Reinigung oder Schreinerei und in den verschiedenen Secondhand-Bereichen. Rund ein Drittel aller Teilnehmenden schafft von dort den Sprung in reguläre Arbeit“, so Matthias Merbecks, Leiter des betrieblichen Sozialdienstes. Das ist ein Riesenerfolg – für jeden Einzelnen und für die „Mannschaft“ des Volksvereins.

Weihnachtsaktion "Rapsölfertigung" | Foto: Volksverein
Weihnachtsaktion "Rapsölfertigung" | Foto: Volksverein

Begegnen – beraten – bilden

Einsamkeit ist eine der häufigsten Folgen der Arbeitslosigkeit. Die Betroffenen werden mit ihrer Not im wahrsten Sinne des Wortes „alleingelassen“. Um diese Einsamkeit zu durchbrechen, organisiert der Volksverein z.B. gemeinsame Frühstücke oder Kochkurse. In Workshops lernen die Frauen und Männer z.B., Computer zu bedienen oder richtig zu telefonieren. Zudem unterstützt der betriebliche Sozialdienst die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tatkräftig, um mit Bildungsangeboten finanzielle und soziale Probleme zu überwinden.

Der Volksverein ist für die Menschen da

Die größte Stärke ist es, für die Menschen da zu sein: Wir beraten und begleiten Langzeitarbeitslose mit Blick auf ihre Zukunft – und wo der Weg in den regulären Beruf unmöglich bleibt, ermöglichen wir Arbeit und Miteinander in unseren eigenen Werkstätten und Projekten. Ein Teilnehmer hat mir mal gesagt: „hier bin ich wieder Mensch geworden“, so Wilfried Reiners, Betriebsleiter und Geschäftsführer.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Aktion, Unterstützungsmöglichkeiten Spendenkonto etc. finden Sie unter www.volksverein.de/teilen

Ein paar Beispiele, wie Spenden helfen:

  • Mit 36 Euro decken Sie an einem Dienstag den Tisch für zwölf Menschen in Not. Das Arbeitslosenfrühstück beim Volksverein hilft, Einsamkeit zu überwinden und neuen Lebensmut zu gewinnen.
  • 44 Euro reichen, um einen Arbeitssuchenden eine Stunde lang durch einen Jobcoach zu beraten.
  • 65 Euro ermöglichen, dass ein Langzeitarbeitsloser wie Rolf einen Monat lang an einem Computerkurs teilnehmen kann.

Zu den Fotos

Projektwoche "Holz" | Foto: Volksverein
Im Rahmen einer Projektwoche haben gewerksfremde Personen unter fachlicher Anleitung von Schreinermeister Tobias Schröder komplett einen Spiegelrahmen erstellt – know how, Teamgeist und Bestätigung „ich kann was“ waren neben dem Produkt der Lohn für die Arbeit-

Fotowettbewerb "Arbeitslosigkeit und Armut" | Foto: A. Werny / Volksverein
Arbeitslosigkeit verhindert oder schränkt gesellschaftliche Teilhabe ein - Im Rahmen eines früheren Fotowettbewerbs zum Thema „Arbeitslosigkeit und Armut“ des Volksvereins hat ein alleinerziehender Vater damals diesen Bildbeitrag eingereicht.

Weihnachtsaktion "Rapsölfertigung" | Foto: Volksverein
Rapsölfertigung, Produktion und Vermarktung sind ein konkretes Arbeitsfeld. Es wird verbunden mit Bildungs- und Beratungsangeboten.

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