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MG 3.0: Jede Menge Hausaufgaben für die Masterplaner
01. Februar 2012
Jede Menge Hausaufgaben für die Masterplaner
MG3.0: Workshop und Expertenforum stellten Mönchengladbach auf den Prüfstand
pmg. Mönchengladbach hat viele Stärken, die noch deutlicher hervorzuheben sind. Es gibt aber auch viele offene "Baustellen", an denen mit Nachdruck gearbeitet werden sollte. Das war eine der Botschaften des Expertenforums zum "Masterplan Mönchengladbach", das der Verein "MG3.0" gestern im voll besetzten Kaisersaal im Haus Erholung durchführte. Vier externe Fachexperten trugen die Ergebnisse eines zweitägigen Workshops zusammen, an dem Vertreter von zahlreichen Mönchengladbacher Organisationen, Verbänden, Vereinen und Initiativen sowie der Verwaltung und Politik teilnahmen. Der Workshop hatte die zentrale Aufgabe, das Masterplan-Team um den britischen Architekten Sir Nicholas Grimshaw im Sinne einer umfassenden Bestandsaufnahme mit weiteren vertiefenden Informationen über Mönchengladbach zu versorgen. Themenblöcke wie Verkehr, Stadtstruktur und Städtebau, Wirtschaft, Kultur und Identität kamen dabei auf dem Prüfstand.
Die von den Experten vorgetragenen Beiträge, wie sich Mönchengladbach in Zukunft aufstellen könnte, deckten sich dabei auch zum Großteil mit den etwa 70 Ideen, die Bürgerinnen und Bürger auf der Internet-Plattform www.mg3-0.de bislang einbrachten. An erster Stelle steht dabei der Wunsch nach einer fahrradfreundlicheren Stadt. "Die Mobilität in Mönchengladbach ist stark durch das Auto dominiert. Dabei steht der Verkehr der Aufenthaltsqualität an vielen Stellen im urbanen Raum im Weg", so Prof. Hartmut Topp vom Institut für Verkehrsplanung an der TU Kaiserslautern. "Zukünftig geht es nicht darum, den Verkehr zurückzudrängen, sondern für einen ausgeglichenen Verkehrsmix zu sorgen". So sind derzeit 59 Prozent der Bürger mit dem Auto unterwegs, 16 Prozent mit dem ÖPNV, 18 Prozent zu Fuß und nur sieben Prozent mit dem Fahrrad. Ein besseres Radwegenetz mit Fahrradrouten auf stillgelegten Bahntrassen ist somit ein Vorschlag aus dem Workshop. Die Vernetzung der vielen Grünzonen, Ausbau des Hochschulzentrums und die Stärkung der Stadtquartiere durch die Einbindung der Bürgerschaft waren weitere Vorschläge, mit denen sich das Masterplan-Team in den nächsten Wochen verstärkt auseinandersetzen wird.
"Mönchengladbach hat zahlreiche Stärken, die im Stadtgebiet verstreut sind und besser hervorgehoben werden sollten", betont Professor Helmut Bott, Städtebau-Experte an der Universität Stuttgart. Absolutes Highlight ist für ihn der Abteiberg, eine "grandiose städtebauliche Anlage, so prägend wie der Dom in Köln". Aus seiner Sicht sollte der Blick auf den Abteiberg unbedingt im Rahmen der Masterplan-Arbeit frei geschält werden. "Mönchengladbach sollte nicht nur an dieser stadthistorisch bedeutsamen Stelle seine Geschichte wieder erkenn- und erlebbar machen", betonte er.
Gute Noten gab Professor Walter Siebel aus Oldenburg, seit über 20 Jahren in gesellschaftswissenschaftlichen Diskursen in Deutschland führend, Mönchengladbach: "Als Außenstehender bin ich beeindruckt von der Vielfalt der zahlreichen bereits bestehenden Initiativen und Ideen, an denen gearbeitet wird", sagte er. Zahlreiche Vertreter dieser Initiativen waren beim Expertenforum anwesend und sind in der Masterplan-Initiative, die durch das Düsseldorfer Büro Faltin + Sattler gesteuert und moderiert wird, eingebunden. "Noch stehen wir am Anfang eines Prozesses, in dem wir gemeinsam jede Menge bewegen können", erläuterte Jörg Faltin. Nach der nun erfolgten Bestandsaufnahme, die den Masterplanern jede Menge Hausaufgaben mit auf den Weg gibt, sollen jetzt konkrete Vorschläge erarbeitet werden. Erste Vorschläge werden schon am Montag, 26. März, um 18 Uhr vorgestellt.
Quelle:
Stadt Mönchengladbach, Pressestelle



