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Weiter hart kämpfen – um jeden Punkt!

November 2011

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Marco Reus ist Borussias aktueller A-Nationalspieler in der deutschen Nationalmannschaft und zu allererst Leistungsträger des VfL.

Es ist vollbracht, im fünften Anlauf hat es Marco Reus endlich geschafft, seinen längst fälligen Einstand in der deutschen Fußballnationalmannschaft zu geben. Man mag meinen, Bundestrainer Jogi Löw sei durch den Borussen-Aufschwung in der Bundesliga nicht mehr am Flügelflitzer im VfL-Dress vorbei gekommen. Vielmehr aber hatte der Bundes-Jogi Reus bereits zu jenen Zeiten zur Nationalelf eingeladen, als sich Reus als einziger Gladbacher mit einem Schritt nach vorne beschäftigen durfte. Aber, Borussias Nummer elf musste gleich dreimal verletzt absagen und einmal, ebenfalls gesundheitlich angeschlagen, die Heimreise von der Nationalmannschaft antreten, ehe er im Oktober beim Europameisterschafts-Qualifikationsspiel in der Türkei (3:1 für Deutschland) in der Schlussminute als 34. Borusse mit dem berühmten Adler auf der Brust aufs Spielfeld durfte.

Ungewohnt für die VfL-Fans, Marco Reus da am Spielfeldrand zu sehen, wartend darauf, eingewechselt zu werden. Beim VfL ist er unumstrittene Stammkraft, dort ist er binnen zwei Jahren vom Hoffnungs- zum absoluten Leistungsträger geworden. Wie sehr Borussia auf die Großtaten des 22-Jährigen angewiesen ist, zeigte sich an den letzten beiden Bundesligaspieltagen vor der besagten Länderspielpause, die der VfL beinahe sensationell auf dem dritten Platz in der Tabelle verbrachte. Dass es nicht sogar der zweite Rang war, lag auch an der mangelhaften Chancenauswertung von Marco Reus, der schon beim 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg reihenweise Möglichkeiten ausgelassen hatte und dies sehr zu seinem eigenen Ärger eine Woche später beim SC Freiburg wiederholte. Im Breisgau gab es für den VfL eine Niederlage, nichts Neues, beinahe mag man das unglückliche 0:1 als weiteren Beweis der wiedererstarkten Borussen ansehen, denn sonst gibt es gefühlt in Freiburg immer ein 0:3!
VfL-Trainer Lucien Favre hatte nach jedem Sieg seiner Mannschaft gewarnt, immer mit dem Hinweis, dass da dieselben Spieler übers Feld liefen, die sich nur knapp in der Relegation gegen den VfL Bochum durchsetzten. Aber aus diesem Personal ist eine ganz andere Mannschaft geworden, eine, die einen Rückschlag wie jenen gegen den SC Freiburg wegstecken sollte. Denn hätte Borussia dort ihre Chancen genutzt, wäre sie erneut mit einem Erfolgserlebnis vom Platz gegangen, insofern war die zweite Saisonniederlage von der Leistung her kein Rückschritt. Vielmehr zeigte sie das, was der Coach seit Wochen immer wieder gebetsmühlenartig zu erklären versucht: „Wir müssen realistisch sein. Jedes Spiel ist eng für uns, wir müssen für jeden Punkt sehr hart arbeiten.“

Und so wird, so darf und so soll es in der Bundesliga weitergehen. Jeder Gladbacher träumt davon, doch niemand erwartet es und nur die wenigsten trauen sich, überhaupt davon zu sprechen: Borussia im Kampf um internationale Startplätze? Der VfL auf den Spuren von Mainz 05 und Hannover 96, die in der vergangenen Saison zu ungeahnten Höheflügen ansetzten? Wer weiß, die Saison ist noch sehr lang – ein  anderes Indiz spricht aber deutlich für eine gestärkte VfL-Mannschaft. Es gibt schon reihenweise Borussen, die bereits international spielen. Sieht man sich beispielsweise die deutsche U20-Nationalmannschaft an, dann bekommt der geneigte Fußballfan einen Eindruck davon, welches Potenzial noch im Kader des VfL steckt: Patrick Herrmann, Elias Kachunga, Matthias Zimmermann und Lukas Rupp bilden das VfL-Quartett und ein Korsett der von DFB-Trainer Frank Wormuth betreuten Elf. Einen Jahrgang darüber machen Tony Jantschke und vor allem Torwart Marc-André ter Stegen in der U21 von sich reden, nicht wenige Experten sehen in Borussias Torhüter den 35. Mönchengladbacher Nationalspieler, der sich in der A-Natio-nalelf den Bundesadler überzieht. Was 1936 mit Heinz Ditgens begann, endete im Oktober zunächst mit Reus, der logischerweise begeistert war: „Ich habe mich natürlich riesig gefreut, dass es endlich mit meinem Debüt geklappt hat. Auch wenn ich nicht allzu lange gespielt habe, war es trotzdem ein tolles Gefühl.“ Wer den Jung-Nationalspieler im Anschluss an seine letzte verletzungsbedingte Absage im September dieses Jahres an Jogi Löw erlebt hatte, kann diese Freude nachvollziehen, Reus war erheblich niedergeschlagen. Der Fußball aber, das weiß man nicht erst seit diesen Tagen, ist ein schnelllebiges Geschäft, Marco Reus, die Borussen und ihre Fans sollten die Erfolge genießen und möglichst weiter um jeden Punkt hart kämpfen – das hat bisher doch ganz gut geklappt!

Nicht wenige Fußballexperten sehen in Marc-André ter Stegen den nächsten Nationalspieler  Borussias, in die U21-Auswahl des DFB hat es der Torhüter schon geschafft. Info
Das rheinische Derby schließt für Borussia den Monat November in der Bundesliga ab. Am 25. kommt es freitagsabends in Köln beim 1. FC zur Neuauflage des Schlagers, der in der vergangenen Saison aus Borussen-Sicht zwei wunderbare Erfolge parat hielt. Das 4:0 in Köln war für den VfL einer von ganz wenigen Höhepunkten der Hinserie, das 5:1 im Rückspiel läutete die nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd bis zum Klassenverbleib ein. Auch im November gibt es wieder ein Wochenende ohne Erstligafußball, dann hat die deutsche Nationalelf zwei Testspiele (in der Ukraine und gegen die Niederlande).

Die Termine des VfL im November:
12. Spieltag, Sa. 5.11., 15:30 Uhr: Hertha BSC Berlin – Borussia
13. Spieltag, Sa. 19.11., 15:30 Uhr: Borussia – Werder Bremen
14. Spieltag, Fr. 25.11., 20:30 Uhr: 1. FC Köln – Borussia

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