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Im Schatten des Bundesligafußballs

November 2011

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Die Lions der Saison 08/09 mit ihren vielversprechenden Talenten. Wer heute Basketball der 1. Regionalliga sehen möchte, muss nach Willich fahren. Beim TV spielen auch längst David Skibba (unten rechts), Fabian Kamphausen (oben dritter von rechts) und Kai Bonzelett (oben zweiter von links).

Die Lions Mönchengladbach sind Geschichte! Und damit hat die Stadt ihre klassenhöchste Basketballmannschaft und den in den letzten Jahren erfolgreichsten Verein verloren. Ende September meldete Lions-Manager Sebastian Egelhoff beide Seniorenmannschaften vom Spielbetrieb ab, die Regionalliga- und die Bezirksligamannschaft stehen damit als erste Absteiger in ihren Spielklassen fest.

20 Jahre suchte Egelhoff, der die Abteilung Basketball der Turnerschaft Neuwerk als eigenständige Lions etablierte, Sponsoren und geeignete Sporthallen für den großen Traum, der zumindest die Zweite Bundesliga unter den Körben vorsah. Das gelang zwischen 2004 und 2007, doch fehlende (finanzielle) Möglichkeiten läuteten den sportlichen Niedergang bald ein. Ein Schicksal, das etliche Sportarten und mit ihnen die Vereine im Schatten des Bundesligafußballs und der schier übermächtigen und bei Sponsoren offenbar einzig beliebten Borussia bereits in der Vergangenheit ereilt hat. Nicht nur die Fußballerinnen des FSC Mönchengladbach beklagten vor vielen Jahren fehlende Geldgeber, um aus den tollen Möglichkeiten etwas Großes reifen lassen zu können. Beinahe genauso chancenlos waren die Rollhockey-Cracks des Gladbacher RSC, trotz Pokalsiege und sportlichen Großtaten. Die Mavericks haben in diesem Jahr im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft gespielt, doch American Football „zieht“ halt kaum, daran ändert auch ein Zuschauerschnitt von etwas über 1.000 Besuchern bei den Heimspielen nichts.

Mönchengladbach steht in erster Linie für Fußball. Egal, ob Borussia wie in dieser Saison sportlich positiv von sich reden macht oder gegen den Abstieg kämpft, gegen den VfL haben es alle Clubs in der Stadt schwer. Die Beliebtheit regelt das Sponsoreninteresse, fragen Sie mal nach bei den Hockeyverantwortlichen des GHTC oder des Rheydter SV. Oder beim 1. Judoclub der Stadt, der seit Jahren erstklassig kämpft, ohne dass es groß auffällt. Die Lions sind nur das aktuelle „Opfer“, dabei dürfen sich die Freunde des Basketballs aber zumindest sicher sein, dass sie bei anderen Clubs in Mönchengladbach weiter unter den Körben hin- und herjagen können. Ringen dagegen gibt es nicht mehr im Angebot des Stadtsportbundes: Der KSV Einigkeit Rheydt hatte sich auch vor Jahren aufgemacht, sportliche Erfolge einzufahren und scheiterte wie oben beschrieben nicht zuletzt an den finanziellen Möglichkeiten.

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