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Erinnerungen an Länderspielpausen

Oktober 2011

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Nachdem Marco Reus sein Nationalmannschaftsdebüt im September erneut verletzt verschieben musste, wird er hoffentlich in dieser Länderspielpause gesund sein.

Länderspielpausen wie die jetzige Anfang Oktober sind bei einem Fußball-Bundesligaclub immer auch eine Zeit, das bislang Geschehene einer Saison zu reflektieren. Und so setzten sich ungefähr zur gleichen Zeit vor zwei Jahren die sportlich Verantwortlichen bei Borussia mit dem damaligen Trainer Michael Frontzeck hin, um fünf Niederlagen in Serie zu analysieren. Heraus kam eine neue taktische Ausrichtung, der erste Punktgewinn im zweiten Spiel nach den Länderspielen und gar am 31. Oktober der 3:2-Sieg bei  Tabellenführer Hamburger SV. Vor zwölf Monaten ähnelte sich die Situation, Borussia ging zwar immer noch mit Frontzeck in die herbstliche Länderspielpause, diesmal waren unter den zuletzt fünf sieglosen Spielen aber immerhin zwei Unentschieden. Dummerweise dauerte es bis zum nächsten Sieg bis Mitte November, weswegen der VfL mittlerweile am Tabellenende angekommen war; und dieses fulminante 4:0 in Köln war leider auch nur ein Strohfeuer.

Es geht auch anders! In die erste Länderspielpause dieser Saison ging Borussia unter Coach Lucien Favre als Tabellenfünfter. Schon nach vier Partien der jungen Spielzeit hatten die VfL-Fans einige Höhepunkte erlebt und die Gedanken an einen trüben Herbst mit den Regenfällen des Sommers in die Niers gespült: der Auftaktsieg in München und eine überragende Leistung gegen den VfL Wolfsburg. Der Dank war die sensationelle Tabellenführung am dritten Spieltag. Selbst die 0:1-Niederlage auf Schalke wurde weggelobt, die Leistung stimmte, was brauchen wir da Punkte?

VfL-Trainer Lucien Favre warnt bei jeder Gelegenheit, dass seine Elf um jeden Punkt kämpfen müsse. Er weiß, warum. Favre aber warnte nicht nur zu Beginn der Saison, er flehte beinahe um Gehör nach der Besteigung auf den Gipfel der Bundesliga und er fühlte sich endlich ein bisschen wahrgenommen nach der ersten Saisonniederlage, der ersten Niederlage seit dem 15. April 2011 in einem Pflichtspiel. Das 0:1 damals in Mainz war ähnlich knapp wie jenes auf Schalke. Es schien das Aus für die Erstliga-Ambitionen der Borussen zu sein, diesmal rückte es manchen Kopf vor der Pause zurecht. „Wir müssen um jeden Punkt kämpfen, es wird eine harte Saison für uns“, sagte Favre immer wieder. Als 16. habe man sich in der Vorsaison so gerade eben gerettet, zudem sei die Mannschaft kaum verändert – zumindest was die erste Elf angehe, wiederholte der Fußballlehrer immerzu. Dafür lief es beinahe zu gut am Anfang der Saison.

Favre weiß, wie schnell es nach einem Höhenflug vor allem für den Trainer zu Ende sein kann, wenn sich manche Leute von zurückliegenden Erfolgen blenden lassen. In Berlin musste er gehen, als es nicht weiter nach oben, sondern steil bergab ging. Die Länderspielpause im Oktober 2009 kam zu spät für den Schweizer, der nach einem 1:5 in Hoffenheim Ende September bei Hertha BSC gehen musste: Hertha stieg letztendlich ab, Borussia freute sich über einen 12. Platz in der Abschlusstabelle – und Favre dachte wohl damals hin und wieder an die Gespräche mit VfL-Sportdirektor Max Eberl, dem er eine Absage erteilt hatte, ehe Eberl sich für Frontzeck entschied.

Man sieht sich immer zweimal im Leben und in dieser Länderspielpause, die gleich zu Beginn des Monats Zeit zum Durchatmen bringt, wird Favre weiter mit seiner Mannschaft an einer erfolgreichen Zukunft arbeiten. Am 25. Oktober kann der VfL mit einem Sieg beim Drittligisten 1. FC Heidenheim die dritte Runde des DFB-Pokals erreichen. In einem Vorbereitungsspiel für diese Saison gewann Borussia in Heidenheim 3:1, doch diesmal wird es vermutlich noch etwas schwieriger, wenngleich der VfL durchaus selbstbewusst beim klassentieferen Verein antreten wird. Eberl macht keinen Hehl daraus, dass er die Möglichkeiten des Pokals schätzt, mit wenigen Spielen viel erreichen zu können. In der vergangenen Saison „schenkte“ Frontzeck das Drittrundenspiel regelrecht ab, nach einmal mehr fünf Niederlagen in Folge seit jenem Derbysieg im November glaubte ohnehin niemand an ein Weiterkommen in Hoffenheim. Jeder Borusse, ob Fan oder Verantwortlicher, sehnte sich angesichts der 0:2-Schlappe nach der Winterpause. Es liegt in diesen Tagen nicht nur, aber vor allen an Lucien Favre, das Feld weiter so zu bearbeiten, damit solche negativen Erinnerungen nur zu einem einzigen Zeitpunk einer Saison aufkommen können: in einer Länderspielpause!

Termine:
8. Spieltag: 30.9.-2.10. SC Freiburg – Borussia
9. Spieltag: 14.10.-16.10. Borussia – Bayer Leverkusen
10. Spieltag: 21.10.-23.10. TSG Hoffenheim – Borussia
DFB-Pokal: 25.10., 19 Uhr     1. FC Heidenheim – Borussia
11. Spieltag: 28.10.-30.10. Borussia – Hannover 96

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