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Baut dem Trainer ein Denkmal!

Januar 2012

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Tiefstapelei, Misstrauen in die eigene Stärke oder fehlender Mut, neue Ziele zu formulieren. So oder so ähnlich dachten manche Fans der Borussia über die Worte der VfL-Verantwortlichen, die trotz vorübergehender Tabellenführungen, trotz locker heraus-gespielten Derbysiegen, trotz 5:0-Erfolgen gegen Werder Bremen und ausgeglichenen Spielen gegen die Topteams der Liga eher auf das Tabellenende als nach oben schielen wollten. Warum sie das taten, zeigte Borussia gegen Ende einer fulminanten Hinrunde, es sind solche Spiele wie das 0:1 beim FC Augsburg, die zurecht davor mahnen, sich schon jetzt zufrieden zurückzulehnen.

„Wir haben noch nichts erreicht“, wird VfL-Trainer Lucien Favre  seinen Mannen auch in der Winterpause oft genug sagen. Borussias Trainer Lucien Favre ist jemand, der sich treu bleibt. Das 5:0 gegen Bremen hatte er offensichtlich ebenso schnell vergessen wie jene besagte Niederlage beim Aufsteiger und damaligen Tabellenletzten. Favre ist dabei Realist und er ist einer der wenigen, der sagen darf, was er will: Die Fans glauben ihm. Und der Schweizer genießt seinen Status, indem er lange erklärt und nichts sagt, lächelnd, freundlich, unangreifbar. „Wir stehen zurecht dort in der Tabelle, wo wir stehen. Aber wir haben noch nichts erreicht, wollen weiter punkten, dürfen aber nicht vergessen, wo wir herkommen“, sagt er nach Siegen und nach Niederlagen. Dass jeder Sieg Hoffnungen auf mehr schürt und jede der bislang glücklicherweise wenigen Niederlagen die Frage nach einem bevorstehenden „Einbruch“ aufwirft, darf Favre wie alle anderen für den Höhenflug verantwortlichen Borussen als Kompliment auffassen. Und genauso wird auch die Frage, ob die gesamte Hinrunde nicht doch nur etwas mehr als ein Ausrutscher – ein schöner Traum – ist, erst gegen Ende dieser Spielzeit beantwortet werden. Sicher scheint nur eins zu sein, Borussia wird in diesem Jahr nicht bis zum letzten Spieltag warten müssen, um für eine weitere Saison in der Bundesliga planen zu dürfen. Wir dürfen das sagen und erwarten keine Stellungnahme des Trainers dazu.

Die Fußballprofis des VfL bereiten sich in diesen Tagen in Belek in der Türkei auf das schwierige Auftaktprogramm nach der Winterpause vor. Unter Trainer Hans Meyer waren die Borussen bereits 2001 und 2003 an der türkischen Riviera. Traditionell werden sie von vielen ihrer treuesten Anhänger ins Wintertrainingslager begleitet, zu Besuch kommen auch wieder einige Sponsoren. Das ändert sich nicht. Ob aber wie in vielen der vergangenen Jahre wieder neue Spieler zur Mannschaft stoßen, lässt Sportdirektor Max Eberl offen. Druck, der Mannschaft neue Impulse durch neues Personal zu geben, verspürt er nicht. Aber: „Wir sind in dieser Saison zum Glück von eklatanten Verletzungssorgen verschont geblieben. Die zwischenzeitlichen Ausfälle von Marco Reus oder auch Martin Stranzl und Igor de Camargo konnten wir gut kompensieren, die Lücken waren nicht zu groß. Wie bereits oft erwähnt, sind wir mit unserem Kader, der sein Entwicklungspotenzial schon gezeigt hat und unserer Meinung nach auch weiter zeigen wird, sehr zufrieden. Trotzdem beobachtet man natürlich immer den Markt und manchmal tun sich im Winter Transfermöglichkeiten auf, die im Sommer nicht zu realisieren sind.“

Auch ohne die verletzten Marco Reus und Igor de Camargo zeigte Borussia starke Leistungen. Also könnten vielleicht doch schon beim Trainingsauftakt am 3. Januar im Borussia-Park oder bei den Testspielen in der Türkei gegen den 1. FC Nürnberg oder Darmstadt 98 neue Gesichter auf dem Platz stehen. Sie wären die ersten Winter-Neuzugänge seit gefühlten zwanzig Jahren, die sich nicht auf den Abstiegskampf einstellen müssen. Und deswegen widersprechen wir Lucien Favre an dieser Stelle – höflich, aber vehement: Borussia hat doch schon etwas erreicht! Die Fans honorieren das, träumen vielleicht; sie haben es verdient. Aber sollte es in der Tabelle in den nächsten Wochen und Monaten trotzdem wieder runtergehen, werden sie die Hinrunde und das komplette Fußballjahr 2011 dennoch sicher nicht so schnell, wenn überhaupt, vergessen. Und wenn nicht – dann werden sie diesem Trainer ganz gewiss ein Denkmal bauen!

Info
Nach dem Top-Spiel gegen den FC Bayern München zum Start der Rückrunde muss Borussia in der Bundesliga zweimal auswärts antreten. Vielleicht aber haben die VfL-Fans in Stuttgart und in Wolfsburg eine Chance, an Tickets für diese Partien zu kommen, denn die beiden ersten Heimspiele der Rückserie im Borussia-Park sind lange schon so gut wie ausverkauft: Schon Mitte Dezember standen nur noch VIP-Tickets zum Verkauf. Und sollte der Start in die zweite Saisonhälfte gut gelingen, wird sich die Situation für spontane Kartenkäufe wohl bis zum Saisonende kaum ändern. Wer Borussia sehen möchte, muss in dieser Saison lange vorausplanen!

Termine
Freitag, 20. Januar 2012, 20:30 Uhr: Borussia – FC Bayern München
Sonntag, 29. Januar 2012, 17:30 Uhr: VfB Stuttgart – Borussia
Samstag, 4. Februar 2012, 15:30 Uhr: VfL Wolfsburg – Borussia
Samstag 11. Februar 2012, 18:30 Uhr: Borussia – FC Schalke 04

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